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Weiterbildung 

Die Weiterbildung Familiengesundheit für Pflegende und Hebammen

Das Curriculum für die modellhafte Weiterbildung Familiengesundheit für Pflegende und Hebammen im Bereich Prävention und Gesundheitsförderung wurde in Anlehnung an

  • das Rahmenkonzept der WHO,
  • das Handbuch zur EU-Fortbildung Public Health / Gesundheitsförderung für Pflegeberufe in der Europäischen Union und
  • nach Konsens der Expertengruppe (Projektdesign- und Konsensphase 2004/2005) entwickelt.

2008 wurde das Curriculum aufgrund der gewonnenen Erfahrungen angepasst.

Inhaltlicher und organisatorischer Ablauf der Weiterbildung, Anforderungen an Weiterbildungsstätten, Kursleitungen und Dozentinnen, Prüfungsmodalitäten und Praktika sind in der Prüfungsordnung geregelt.

Die Weiterbildung umfasst 720 Stunden-Zusätzlich kommen Zeiten für die Vor- und Nachbereitung sowie das Praktikum hinzu.

Hier finden Sie Dokumente im Zusammenhang mit der Weiterbildung Familiengesundheitspflege

WHO-Curriculum
Die Familien-Gesundheitsschwester, Kontext, Rahmenkonzept und Curriculum, 2000, PDF (628 KB)
Ergebnisse aus der Expertenrunde zu den Szenarien
aus der „Projektdesign- und Konsensphase zur Implementierung der Family Health Nurse in Deutschland“, Universität Witten/Herdecke, Januar 2005, PDF (213 KB)
Die Weiterbildung Familiengesundheitspflege in Deutschland
Hintergrund des Konzeptes und Kernelemente der Weiterbildung
Weiterbildung Familiengesundheitspflege
Eíne Einführung in das WHO Curriculum Familiengesundheitspflege, Vortrag, PDF (1,2 KB)

Die Inhalte der 720 Stunden umfassenden theoretischen Weiterbildung sind u.a.

• Handlungsfeld der Familiengesundheitspflegerin/-hebamme und Auseinandersetzung mit Aufgaben, Rollen, zukünftigen Arbeitsfeldern, Klienteln, ethischen Grundsätzen sowie internationalen Ansätzen von Family Nursing / Family Health Nursing,
• 
Einblick in die Strukturen des deutschen Gesundheitssystems und in die Gesundheitswissenschaften,
• 
Praktische Umsetzung der Rolle der Familiengesundheitspflegerin bzw. -hebamme,
• 
Theoretische Hintergründe,
• 
Verschiedene Zugangsmöglichkeiten, Kommunikations- und Beratungsstrategien,
• 
Umsetzung zielgruppenorientierter Handlungskonzepte
• 
Gesundheits- und Pflegeplanung, Assessmentinstrumente ,
• 
Gesundheitsförderung und Gesundheitsberatung in der Familie,
• 
Typologie der Entscheidungsfindung und Problemlösung,
• 
Regionale Informationssysteme, Informationsmanagement,
• 
Sozial-, pflege- und hebammenwissenschaftliche Forschung und Bedeutung der Forschung für ein begründetes theoriegeleitetes Handeln im zukünftigen Handlungsfeld,
• 
Organisation und Management der Tätigkeit als Familiengesundheitspflegerin bzw. -hebamme sowie die Organisation und Koordination unterstützender Dienste,
• 
Strategien des Zeit- und Selbstmanagements sowie betriebswirtschaftliche und qualitätssichernde Maßnahmen,
• 
Bedeutung und Notwendigkeit multidisziplinärer Teamarbeit für die Familiengesundheitspflege.

Daneben sind 720 Zeitstunden in Form von Selbststudium (einschließlich Facharbeiten, Prüfungs- vorbereitung und Praxisaufgaben) sowie 120 Stunden Pflichtpraktika zu erbringen:
• 40 Stunden in einer übergeordneten Einrichtung des Gesundheitswesens (Behörden, Öffentlicher Gesundheitsdienst etc.)
• 
80 Stunden in Einrichtungen der Gesundheitsberatung (Gesundheits-/Public Health-Zentren, Schwangeren- oder Familienberatung, Jugendamt, Sozialamt, Pflegekassen, MDK, Wohlfahrtsverbände, Arztpraxen, Klinik-Ambulanzen, Pflegeinformationsbüros, aktuelle einschlägige Projekte u.v.a.)
Die Begleitung von zwei oder mehreren Familien zieht sich durch die gesamte Weiterbildung und ist Basis der Theorie-Praxis-Verknüpfung.

Die Module der Weiterbildung:
Modul I – Einführung (80 Stunden)
Einführung in das neue Handlungsfeld der Familiengesundheitspflegerin/-hebamme und Auseinandersetzung mit Aufgaben, Rollen, zukünftigen Arbeitsfeldern, Klienten, ethischen Grundsätzen sowie internationalen Ansätzen von Family Nursing / Family Health Nursing, um eine erste Identifikation mit der neuen Rolle und einem professionellen Berufsverständnis zu fördern.

Modul IIa und IIb – Public Health (176 Stunden)
Einblick in die Strukturen des deutschen Gesundheitssystems und in die Gesundheitswissenschaften. Die Teilnehmerinnen lernen die Gemeinwesenarbeit und die Familiengesundheitspflege als einen wichtigen Teilbereich von Public Health und als ein neues Aufgabenfeld von Pflegenden und Hebammen kennen. Einführung in die zentralen Konzepte und Begriffe der Familiengesundheitspflegerin/-hebamme.

Modul III – Arbeit mit Familien (112 Stunden)
Praktische Umsetzung der Rolle der Familiengesundheitspflegerin/-hebamme, theoretische Hintergründe und Einflussfaktoren. Schwerpunkte dieses Moduls bilden die Häuslichkeit der Familie als Arbeitsplatz, die verschiedenen Zugangsmöglichkeiten, die erforderlichen Kommunikations- und Beratungsstrategien zur Beziehungsgestaltung und die Umsetzung zielorientierter Handlungskonzepte. Die Teilnehmerinnen werden dazu befähigt, zusammen mit den Familien eine Gesundheits- und Pflegeplanung zu erstellen und diese zu bewerten. Sie lernen verschiedene Einschätzungsinstrumente anzuwenden und entsprechende Interventionen durchzuführen.

Modul IV – Gesundheitsförderung und Gesundheitsberatung in der Familie (80 Stunden)
Gesundheitsförderung, -beratung, -erziehung, -bildung und –aufklärung.
Exemplarische Entwicklung, Umsetzung und Evaluation eigener Konzepte zur Gesundheitsförderung und Gesundheitsberatung. Kennen lernen von Problemen des zukünftigen Arbeitsalltags und Diskussion von Lösungs- bzw. Bewältigungsansätzen.

Modul V – Entscheidungsfindung und Problemlösung (64 Stunden)
Dieses Modul ermöglicht es den Teilnehmerinnen ihr Wissen vor dem Hintergrund einer grundsätzlich angenommenen Patientenautonomie in Bezug auf Prozesse und Typologie der Entscheidungsfindung zu erweitern.

Modul VI – Informationsmanagement und Forschung (80 Stunden)
Dieses Modul gewährt Einblick in regionale Informationssysteme. Ausgewählte pflege- und hebammentheoretischen Ansätze und deren praktischer Handlungsnutzen stehen im Mittelpunkt. Einführung in die Bedeutung sozial-, pflege- und hebammenwissenschaftlicher Forschung für ein begründetes theoriegeleitetes Handeln im zukünftigen Handlungsfeld. Lesen von Informationen wie z.B. Untersuchungen in Datenbanken recherchieren (Internet und Handrecherche) und kritische Einschätzung.

Modul VII – Case-Management (40 Stunden)
Organisation und Management der praktischen Arbeit als Familiengesundheitspflegerin- bzw. hebamme. Strategien des Zeit- und Selbstmanagements sowie betriebswirtschaftliche und qualitätssichernde Maßnahmen. Die Identifikation eigener Ressourcen sowie die der betreuten Familien und die Einbindung dieser in die praktische Arbeit.

Modul VIII –Multidisziplinäres Arbeiten (72 Stunden)
Bedeutung und Notwendigkeit multidisziplinärer Teamarbeit für die Familiengesundheitspflege.

Abschlusskolloquium

(16 Stunden)